> Freie Presse: "Wie ein Thüringer die Liebe im Erzgebirge fand" Unter dem Motto "Ich lebe gern in Neukirchen" geht die Freie Presse zwei Wochen lang der Frage nach, was diese Gemeinde besonders lebenswert macht. Neukirchen/Adorf. Markus Lorenz kam "der Liebe wegen" aus Thüringen in den Neukirchner Ortsteil Adorf. Das war vor zwei Jahren. Und auch heute staunt er immer noch über die herrliche Landschaft direkt vor der Haustür. „Solchen Winterwald kannte ich vorher gar nicht“, meint der gebürtige Schmöllner.Foto: Andreas Seidel Bauhelfer in den Startlöchern Als Werkfeuerwehrmann bei VW lernte er eine Wachschutz-Angestellte aus einem anderen Werk des gleichen Konzerns kennen und lieben. 2008 zog er zu seiner Mandy nach Adorf Dann suchten sich die beiden eine eigene Wohnung, heirateten im September 2009 und bauen, wenn alles nach Plan läuft, in diesem Jahr ihr eigenes Haus. Mehrere Freunde stehen schon als Bauhelfer in den Startlöchern.
„Ich habe hier viele Freunde gefunden“, berichtet Markus Lorenz, und nennt dabei zu allererst die Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Adorf. 15 Jahre lang hatte er bereits hauptamtlich in einer Wehr mitgewirkt. In der Rettungstruppe in Adorf war er deshalb sehr willkommen. "Inzwischen habe ich mehr als 1.000 Ausbildungsstunden auf dem Buckel, bin Zugführer und zudem als stellvertretender Atemschutzwart für die Pressluft- Atmung verantwortlich", erzählt er. Neben seiner Frau, sie leitet die Jugendfeuerwehr mit, gehören auch die Schwiegereltern und ein Schwager zur Freiwilligen Feuerwehr Adorf. „Wir halten alle zusammen“, meint Markus Lorenz. Wohl gehöre dieses Füreinander-Einstehen zur Feuerwehr überhaupt, in Adorf erlebe er das aber in besonderer Weise.
120 der 1800 Adorfer in der Wehr Die 41 Männer und Frauen von der Einsatzabteilung der Adorfer Feuerwehr absolvierten im vergangenen Jahr 16 Einsätze, berichtet Wehrleiter Rico Bochmann, davon sieben zur Brandbekämpfung. Zählt man die Alters- und Ehrenabteilung, den Musikzug sowie die Jugend- feuerwehr dazu, gehören 120 der insgesamt 1.800 Adorfer Einwohner zur Freiwilligen Feuerwehr. Der Altersdurchschnitt der Einsatzabteilung liegt bei 33 Jahren, weiß Wehrleiter Bochmann. Er sucht trotzdem immer nach weiteren Mitstreitern, unabhängig von etwaigen Vorkenntnissen als Feuerwehrmann oder -frau: „Wer Mitmenschen in Not helfen will, der ist immer willkommen und wird Stück für Stück eingewiesen und fachlich geschult“, unterstreicht der Wehrleiter.
An seinen allerersten Einsatz als Adorfer Feuerwehrmann erinnert sich Markus Lorenz genau: „Der Alarm kam früh um drei. Ich wusste erstmal gar nicht, wo ich bin. Mein jetziger Schwieger- vater war bestimmt dreimal so schnell an der Wache wie ich“, schmunzelt er. Inzwischen hat er sich längst eingefuchst. Trommler im Musikzug Neben seiner Familie, seiner Arbeit als Werkfeuerwehrmann und dem Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr – die Reihenfolge der Aufzählung ist Markus Lorenz wichtig –, pflegt er ein weiteres Hobby, das auch mit Feuerwehr zu tun hat: Er spielt die kleine Trommel im Feuerwehrmusikzug Neukirchen-Adorf. Neben diversen Auftritten auf Dorf- und Feuerwehrfesten hat das Laienorchester im Oktober vergangenen Jahres eine eigene CD mit dem Titel „Ach-tung Einsatz!“ produziert. „Smoke On The Water“ nennt Markus Lorenz seinen Lieblingstitel auf der Silberscheibe. „Hier werde ich akzeptiert, so wie ich bin“ – das schätzt Markus Lorenz an den Adorfern.
von Dorothee Morgenstern
© FEUERWEHR ADORF/Erzgebirge 2010 - Freie Presse 09.03.2010 -
